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Inhalt:
15.02.2026

Wortgottesfeier mit rhythmischer Gospel-Begleitung

Es war ein Versuch von Kantorin Katharina Schellnast, der auf volle Zustimmung stieß: Der Wortgottesdienst am vergangenen Sonntag wurde von einem von Jack Brew geleiteten Gospel-Chor mitgestaltet.

Diakon Robert Langmann
Diakon Robert Langmann
Gerhard Langmann

Provokante Frage: Darf ein Gottesdienst ausgelassen freudig sein und auch ein brach liegendes Sensorium ansprechen? Die Antwort gaben die Besuchenden des Wortgottesdienstes am vergangenen Sonntag, der sich als musikalischem Stilmittel schmissiger Gospel-Musik bediente. Zunächst zögerlich, danach immer intensiver wogten, klatschten und wippten die Menschen im Rhythmus der sichtlich ansteckenden Musik. Woher kommt Gospel? Es ist eine christliche, afroamerikanische Stilrichtung, die sich im 20. Jahrhundert aus dem Spiritual und Blues- und Jazz-Elementen entwickelte. Gospels wurden zumeist als Gemeindegesang praktiziert und mit Schlagzeug, Bass oder Orgel begleitet.

Die Gemeinde mimte in der Pfarrkirche eine aus gut zwei Dutzend Sängern imd Sängerinnen bestehende Gesangsgruppe, die tags davor den Gospel-Workshop mit dem Pastoralreferenten Jack Brew absolviert hatten. Im Kurs ging es einerseits um die Herkunft der Gospel-Kultur und um das Verständnis, die Lieder identisch und einprägsam vorzutragen. Jack Brew stammt aus Ghana, kam vor etwa zwanzig Jahren nach Österreich, wo er zunächst Bauwesen studierte, mittlerweile aber in drei Grazer Pfarren als Pastoralreferent tätig ist. In dieser Tätigkeit leitet er auch einen ständigen Gospel-Chor in St. Leonhard.

Workshop im Pfarrheim

Den Workshop in Stainz leitete Katharina Schellnast in die Wege. Die Solostimmensängerin des Singkreises Stainztal und Kantorin in der Pfarre Stainz hatte im Vorjahr einen Workshop mitgemacht und Gefallen daran gefunden. „Ich habe mich mit dem Seelsorgeraum Schilcherland abgesprochen“, bekam sie das Okay für die Proben und den Wortgottesdienst in Stainz. Geleitet wurde die Feier von Diakon Robert Langmann, der sich in seiner Einleitung des Herzens als Eingangspunkt für die Liebe Gottes annahm. „Lassen wir uns berühren“, betonte er, dass ein bereites Herz aufmerksam ist und Denken und Wirken prägt.

Nach der Lesung von Pfarrer a.D. Andreas Gerhold setzte sich der Diakon mit einem sehr ursprünglichen Matthäus-Evangelium auseinander. „Das war auch für mich herausfordernd“, strich er die Tiefe und Fülle des Wortes heraus, die in die verborgene Mitte – das Herz eben – vordringen. „Es ist ein Ort, wo wir Gott frei und ungeschminkt treffen“, gab er der Herzensgüte den Vorzug gegenüber der Gerechtigkeit der Strenge. Vom Reinigen des Herzens von Bitterkeit und Ungeduld handelten auch die von Helga Hohensinger gelesenen Fürbitten.

Zugabe vor dem Faschingscafé

Zurück zur musikalischen Umrahmung, die in kurzer Zeit die Messebesuchenden in Besitz nahm. „I Will Enter his Gates“, leitete Jack Brew schwungvoll mit seiner Gitarre an, um sich gleichermaßen an den Chor und die Menschen in den Bankreihen zu wenden. Auch das gesungene und von einer Cajon begleitete Vater unser nahm in diesem Umfeld ein rhythmisches, von den Menschen mitgetragenes Eigenleben an.

Beim „He’s Got the Whole World in his Hands“ war es keine Frage ob, sondern wie laut und intensiv mitgesungen würde. Auch das ist untypisch für eine herkömmliche Messe: Der Chor legte mit „O Happy Day“ eine rhythmische Zugabe drauf. Eine Draufgabe gab es auch von KFB-Obfrau Johanna Theißl, die zum Faschingscafé ins Pfarrheim einlud.

Bilder und Text: Gerhard Langmann

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Jack Brew
Jack Brew

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