Aschermittwoch

Dieser Bericht soll keine Werbung für das jüngste Buch von Michael Lehofer, ärztlicher Direktor im LKH Graz und Leiter der Abteilung Psychologie und Psychiatrie, sein. Es findet nur Eingang, weil Pfarrer Johann Schreiner, der den Gottesdienst am Aschermittwoch in der Pfarrkirche Stainz zelebrierte, es als zur Fastenzeit passenden Titel erwähnte. Zuallererst kam der Geistliche aus Graz aber auf die religiöse Fastenzeit (heuer fallen Beginn der Fastenzeit und Ramadan zusammen) zu sprechen.
„Sie wird auch österliche Bußzeit genannt“, bezeichnete er die vierzig Tage bis zu Ostern als einen Weg vom Tod hin zum Leben. Sie sei kein Grund, traurig zu sein, sondern Anlass, fröhlich auf das Fest des Lebens zuzugehen. In den Kyrie-Rufen von Organist Michael Rexeis wurde diese Sicht verstärkt: „Verstehen wir die Fastenzeit als Einladung zur Umkehr, zur Auferstehung und als Kraft zu einem christlichen Leben.“ Ähnlich auch die Aussage der Lesung von Michaela Klein: „Kehrt um zu mir mit ganzem Herzen.“
Die Predigt
Der Text des Evangeliums konnte als Anleitung dazu verstanden werden, die Gerechtigkeit und die Bereitschaft, Hilfe zu leisten, nicht zu sehr an die große Glocke zu hängen. Almosen, so die Sichtweise, sollten nicht hinausposaunt, sondern im Verborgenen gegeben werden. Darunter sei auch das Beten zu Gott in der stillen Kammer gegenüber einer ostentativen Huldigung im Tempel zu verstehen. Kein finsteres Gesicht solle man auch beim Fasten machen, sondern sein Haupt salben, das Gesicht waschen und sich das Fasten nicht anmerken lassen.
„Ich füge zwei weitere Tipps an“, brachte Johann Steiner die Anekdote von Rabbi Schmelke, der ein gewöhnliches Leben über großartige Bußübungen stellte und eben den in der Überschrift angeführten Buchtitel ein, der den Blick auf Menschlichkeit, Geduld und Langmut lenke.
Das Asche-Kreuz
In der Folge spendete der Pfarrer den Messbesuchenden das Asche-Kreuz. „Bedenke Mensch, dass du aus Staub bist und zu Staub zurückkehren wirst“, zeichnete er mit Asche aus abgebrannten Palmzweigen ein Kreuzzeichen auf die Stirn. In den von Inge Wechtitsch gesprochenen Fürbitten war ebenfalls von Umkehr und Buße tun die Rede.
Bilder und Text: Gerhard Langmann